Welche Fehler sollte man bei der Rekrutierung von Führungskräften vermeiden?

Bei der Rekrutierung von Führungskräften sollten Unternehmen Fehler wie unklare Anforderungsprofile, überstürztes Vorgehen und inadäquate Bewertungskriterien vermeiden. Viele Organisationen scheitern, weil sie sich primär auf formale Qualifikationen konzentrieren statt auf nachgewiesene Führungskompetenzen und kulturelle Passung. Ein strukturierter Auswahlprozess mit definierten Kriterien, realistischen Zeitrahmen und professionellen Interviews ist erforderlich, um Fehlbesetzungen zu verhindern. Die folgenden Ausführungen zeigen auf, wie häufige Fehlerquellen vermieden und qualifizierte Führungskräfte identifiziert werden können.

Warum scheitern Unternehmen bei der Rekrutierung von Führungskräften?

Unternehmen scheitern bei der Führungskräfte-Rekrutierung hauptsächlich aufgrund unklarer Anforderungsprofile, Zeitdrucks und mangelnder strategischer Vorbereitung. Viele Organisationen starten den Rekrutierungsprozess ohne präzise Definition der positionsspezifischen Anforderungen. Der Druck, Vakanzen schnell zu besetzen, führt zu voreiligen Entscheidungen. Ohne strategische Herangehensweise wird die Suche nach einem Geschäftsführer oder CTO zu einem risikobehafteten Unterfangen.

Der Rekrutierungsprozess für Führungskräfte erfordert mehr als die Prüfung formaler Qualifikationen. Unternehmen benötigen eine klare Vorstellung davon, welche spezifischen Herausforderungen die Position mit sich bringt. Geht es um den Aufbau einer Abteilung? Soll ein Vertriebsleiter neue Märkte erschließen? Oder wird ein CFO benötigt, der das Unternehmen durch eine Wachstumsphase steuert?

Viele Organisationen unterschätzen die Bedeutung einer fundierten Vorbereitung. Sie definieren nicht, welche Kompetenzen erforderlich sind, welche Persönlichkeitsmerkmale zur Unternehmenskultur passen und welche Erwartungen realistisch sind. Das Ergebnis: Ungeeignete Kandidaten werden angezogen oder qualifizierte Bewerber übersehen.

Ein weiterer Grund für das Scheitern ist mangelndes Verständnis für die Dynamik des Führungskräfte-Marktes. Top-Talente wie erfahrene CTOs oder Business Development Manager befinden sich selten in aktiver Jobsuche. Sie müssen gezielt angesprochen und überzeugt werden, was eine durchdachte Strategie voraussetzt.

Welche Folgen haben inadäquate Auswahlkriterien bei der Führungskräftesuche?

Inadäquate Auswahlkriterien führen zu Fehlbesetzungen, die Unternehmen erheblich zurückwerfen können. Wenn Branchenerfahrung höher gewichtet wird als kulturelle Passung, entstehen Konflikte im Team. Wenn akademische Qualifikationen wichtiger sind als nachgewiesene Führungskompetenz, fehlen trotz beeindruckender Titel messbare Ergebnisse.

Ein typisches Beispiel: Bei der Suche nach einem Head of Engineering wird ausschließlich auf branchenspezifische Erfahrung fokussiert. Dabei wird ein qualifizierter Technologieführer aus einem angrenzenden Bereich übersehen, der die erforderliche Innovationskraft mitbringt. Branchenerfahrung kann hilfreich sein, garantiert jedoch keinen Erfolg.

Ebenso problematisch ist die Orientierung an prestigeträchtigen Firmennamen bei der Suche nach einem General Manager. Eine Person, die in einem Konzern erfolgreich war, kann in einem dynamischen mittelständischen Unternehmen scheitern, da die Anforderungen grundlegend unterschiedlich sind.

Die langfristigen Auswirkungen inadäquater Kriterien sind gravierend. Unternehmen verlieren nicht nur Zeit und finanzielle Ressourcen, sondern auch das Vertrauen des Teams. Mitarbeiter werden demotiviert, wenn die neue Führungskraft nicht zur Organisation passt. Kunden nehmen die Unsicherheit wahr. Letztlich muss der gesamte Prozess wiederholt werden.

Der Schlüssel liegt in der Priorisierung relevanter Anforderungen. Welche Fähigkeiten sind unverzichtbar, und wo besteht Flexibilität? Ein Key Account Manager benötigt andere Qualitäten als ein CTO. Diese Unterschiede müssen klar definiert werden.

Welcher Zeitrahmen ist für den Rekrutierungsprozess realistisch?

Für die Rekrutierung einer Führungskraft sollten mindestens drei bis sechs Monate eingeplant werden. Die Marktanalyse und Kandidatensuche dauern vier bis sechs Wochen, der Interview- und Auswahlprozess weitere vier bis acht Wochen, und Verhandlungen sowie die Kündigungsfrist können nochmals zwei bis drei Monate in Anspruch nehmen.

Viele Unternehmen agieren unter Zeitdruck. Sie möchten innerhalb von vier Wochen einen neuen Vertriebsleiter gewinnen, weil Quartalsziele gefährdet sind. Diese Eile führt nahezu immer zu suboptimalen Entscheidungen. Wichtige Prozessschritte werden übersprungen, gründliche Prüfungen entfallen, und Kandidaten mit guter Selbstdarstellung werden bevorzugt, ohne ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit zu validieren.

Der Prozess benötigt Zeit aus nachvollziehbaren Gründen. In der ersten Phase muss der Markt analysiert werden: Welche Profile sind verfügbar? Was sind realistische Erwartungen? Welche Gehälter sind marktüblich für einen CFO oder Business Development Manager in der jeweiligen Branche? Diese Informationen sind erforderlich, um qualifizierte Kandidaten anzusprechen.

Die Interview-Phase darf nicht verkürzt werden. Mehrere Gespräche auf verschiedenen Ebenen sind erforderlich. Ein einzelnes Interview reicht nicht aus, um zu beurteilen, ob eine Person als Geschäftsführer zur Organisation passt. Die Person muss in verschiedenen Situationen und mit verschiedenen Gesprächspartnern erlebt werden.

Zeit für Referenzprüfungen, Assessment-Center oder Probearbeitstage sollte eingeplant werden. Diese Instrumente bieten Sicherheit vor einer Entscheidung, die das Unternehmen langfristig prägen wird.

Warum ist eine präzise Stellenbeschreibung erforderlich?

Eine unpräzise Stellenbeschreibung zieht ungeeignete Kandidaten an und schreckt qualifizierte Führungskräfte ab. Wenn Formulierungen vage bleiben oder unrealistische Erwartungen aufgelistet werden, können Führungskräfte nicht beurteilen, ob die Position zu ihrem Profil passt. Die Konsequenz: Qualifizierte Kandidaten bewerben sich nicht, während unpassende Bewerbungen eingehen.

Viele Stellenbeschreibungen für Führungspositionen enthalten eine Ansammlung von Idealvorstellungen. Ein CTO soll gleichzeitig programmieren, strategisch denken, Teams führen, Budgets verwalten und im Vertrieb unterstützen. Erfahrene Kandidaten erkennen sofort, dass kein klares Anforderungsprofil existiert.

Eine präzise Stellenbeschreibung für Führungskräfte muss mehrere Elemente enthalten. Die konkrete Herausforderung muss beschrieben werden: Warum existiert diese Position? Welches Problem soll gelöst werden? Ein Head of Engineering muss wissen, ob ein bestehendes Team weiterentwickelt oder eine Abteilung neu aufgebaut werden soll.

Klare Verantwortlichkeiten und Erwartungen müssen definiert werden. Was sind die Prioritäten in den ersten sechs Monaten? Welche Ergebnisse werden im ersten Jahr erwartet? Diese Klarheit ermöglicht Kandidaten eine realistische Einschätzung ihrer Eignung.

Transparenz über die Rahmenbedingungen ist erforderlich. Wie groß ist das Team? Wie ist die Unternehmenskultur? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Ein General Manager möchte wissen, mit welchen Mitteln er arbeiten kann. Transparenz schafft Vertrauen und zieht geeignete Kandidaten an.

Welche Bedeutung hat die Unternehmenskultur bei der Auswahl von Führungskräften?

Die Unternehmenskultur ist oft entscheidender als fachliche Qualifikationen, wird jedoch häufig unterschätzt. Eine fehlende Übereinstimmung zwischen der Führungskraft und der Unternehmenskultur führt zu Konflikten, Demotivation im Team und erhöhter Fluktuation. Selbst hochqualifizierte CFOs scheitern, wenn ihre Arbeitsweise nicht zur Organisation passt.

Kultur bestimmt, wie Entscheidungen getroffen werden, wie kommuniziert wird und welche Werte im Unternehmen gelten. Wenn eine agile, experimentierfreudige Kultur existiert, wird ein Vertriebsleiter aus einem hierarchischen Konzernumfeld Schwierigkeiten haben. Umgekehrt fühlt sich eine Person, die flache Hierarchien gewohnt ist, in starren Strukturen unwohl.

Die Bewertung der kulturellen Passung erfolgt systematisch. Zunächst müssen die Werte und Verhaltensweisen der Organisation klar definiert werden. Ist Schnelligkeit wichtiger als Perfektion? Wird direkte oder diplomatische Kommunikation bevorzugt? Werden Entscheidungen datengetrieben oder intuitiv getroffen?

Im Interview-Prozess kann die kulturelle Passung durch gezielte Fragen geprüft werden. Konkrete Beispiele aus der Vergangenheit sind aufschlussreich. Wie hat der Kandidat als Business Development Manager Konflikte gelöst? Wie hat die Person als CTO Innovationen vorangetrieben? Die Antworten zeigen, ob die Arbeitsweise zur Unternehmenskultur passt.

Das Team sollte in die Bewertung einbezogen werden. Mitarbeiter können häufig intuitiv einschätzen, ob eine Person zur Organisation passt. Ihre Einschätzung ist wertvoll, insbesondere wenn die neue Führungskraft eng mit ihnen zusammenarbeiten wird.

Wie werden tatsächliche Führungsqualitäten identifiziert?

Tatsächliche Führungsqualitäten werden durch verhaltensbasierte Interviews, praktische Übungen und gründliche Referenzprüfungen identifiziert. Ein beeindruckender Lebenslauf sagt wenig darüber aus, ob eine Person Teams inspirieren, schwierige Entscheidungen treffen und Veränderungen vorantreiben kann. Die Bewertung muss über die Selbstdarstellung hinausgehen.

Verhaltensbasierte Interviews sind ein wirksames Instrument. Statt zu fragen „Wie würden Sie mit Konflikten umgehen?”, sollte gefragt werden: „Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie einen schwerwiegenden Konflikt in Ihrem Team lösen mussten.” Konkrete Beispiele zeigen, wie der Kandidat tatsächlich handelt.

Bestimmte Indikatoren für Führungsstärke sollten beachtet werden. Kann der Kandidat klar artikulieren, welche Erfolge er erzielt hat? Spricht ein potenzieller Head of Engineering von „wir” oder von „ich”? Qualifizierte Führungskräfte heben die Leistungen ihrer Teams hervor. Können sie nachvollziehbar erklären, wie sie schwierige Situationen gemeistert haben?

Assessment-Center oder praktische Übungen bieten weitere Einblicke. Der Kandidat kann gebeten werden, eine Präsentation zu halten, ein Strategieproblem zu lösen oder ein Rollenspiel durchzuführen. Wie geht ein Key Account Manager mit einem schwierigen Kundengespräch um? Wie strukturiert ein General Manager ein komplexes Problem?

Referenzprüfungen sind unverzichtbar und müssen professionell durchgeführt werden. Es sollte nicht nur mit den angegebenen Referenzen gesprochen werden, sondern auch mit anderen Personen, die mit dem Kandidaten zusammengearbeitet haben. Konkrete Beispiele und Verhaltensweisen sollten erfragt werden, nicht allgemeine Einschätzungen.

Was sind häufige Fehler im Interviewprozess mit Führungskräften?

Häufige Interview-Fehler sind unstrukturierte Gespräche, mangelnde Vorbereitung und unkoordinierte Interviewer ohne klare Rollenverteilung. Wenn das Interview zum unstrukturierten Gespräch wird, werden die tatsächlichen Fähigkeiten des Kandidaten nicht erfasst. Ohne Struktur erfolgt kein objektiver Vergleich, und Entscheidungen basieren auf subjektiven Eindrücken statt auf fundierten Erkenntnissen.

Viele Interviews mit Führungskräften verlaufen unkoordiniert. Mehrere Personen aus dem Unternehmen befragen den Kandidaten für eine Vertriebsleiter-Position, ohne sich vorher abzustimmen. Jeder stellt ähnliche Fragen, niemand geht in die Tiefe. Der Kandidat verlässt das Gespräch ohne klares Bild, und es wurden keine verwertbaren Erkenntnisse gewonnen.

Ein professioneller Interview-Prozess erfordert Struktur. Im Vorfeld muss definiert werden, wer welche Aspekte prüft. Eine Person konzentriert sich auf fachliche Kompetenzen, eine andere auf Führungsfähigkeiten, eine dritte auf kulturelle Passung. Jeder Interviewer sollte einen klaren Leitfaden haben und wissen, welche Informationen er sammeln soll.

Mangelnde Vorbereitung ist ein weiterer häufiger Fehler. Ein Kandidat für eine CTO-Position wird eingeladen, ohne dass sein Lebenslauf gründlich studiert wurde. Es werden Fragen gestellt, die bereits im CV beantwortet sind. Dies signalisiert Desinteresse und schreckt qualifizierte Kandidaten ab.

Die Dominanz von Small Talk sollte vermieden werden. Eine angenehme Atmosphäre ist wichtig, aber wenn der Großteil des Gesprächs mit belanglosem Austausch vergeht, werden keine substanziellen Erkenntnisse gewonnen. Fragen sollten Tiefe haben und dem Kandidaten die Möglichkeit geben, seine Kompetenz zu demonstrieren.

Warum reicht der Lebenslauf als Bewertungsgrundlage nicht aus?

Ein beeindruckender Lebenslauf garantiert keine erfolgreiche Führungskraft, weil er nichts über Soft Skills, Anpassungsfähigkeit und tatsächliche Leistungen aussagt. Prestigeträchtige Firmennamen und Titel wirken positiv, zeigen jedoch nicht, ob eine Person ein Team führen, die Unternehmenskultur verstehen und im spezifischen Kontext Ergebnisse liefern kann.

Lebensläufe sind häufig strategisch formuliert. Ein Kandidat für eine Business Development Manager-Position listet beeindruckende Umsatzzahlen auf, verschweigt jedoch, dass er in einem Team von 20 Personen nur eine unterstützende Rolle hatte. Eine Person trägt den Titel „Head of Engineering”, leitete tatsächlich aber nur ein kleines Projektteam von drei Personen.

Entscheidend sind nachweisbare Erfolge und die Fähigkeit, diese zu wiederholen. Hat der Kandidat messbare Verbesserungen erzielt? Kann ein potenzieller CFO konkret erklären, wie er Kosten gesenkt, Prozesse optimiert oder Finanzierungen gesichert hat? Kann ein General Manager belegen, wie er ein Geschäft transformiert hat?

Soft Skills sind für Führungskräfte häufig wichtiger als Hard Skills. Kann die Person kommunizieren? Kann sie Menschen motivieren? Kann sie mit Unsicherheit und Veränderung umgehen? Diese Fähigkeiten stehen nicht im Lebenslauf, entscheiden jedoch über Erfolg oder Misserfolg.

Anpassungsfähigkeit ist ein weiterer Faktor, der nicht aus dem CV abgelesen werden kann. Die Geschäftswelt verändert sich kontinuierlich, insbesondere in der Technologiebranche. Führungskräfte müssen lernfähig und flexibel sein sowie auch in unbekanntem Terrain erfolgreich agieren. Diese Qualität muss im persönlichen Kontakt bewertet werden.

Wie werden Vorurteile im Auswahlprozess vermieden?

Vorurteile werden durch strukturierte Prozesse, diverse Auswahlgremien und bewusste Reflexion der Entscheidungen vermieden. Unbewusste Voreingenommenheit (Unconscious Bias) beeinflusst Entscheidungen und führt dazu, dass Kandidaten bevorzugt werden, die den Entscheidern ähnlich sind, statt diejenigen auszuwählen, die objektiv am besten qualifiziert sind.

Bias zeigt sich auf vielfältige Weise. Möglicherweise werden unbewusst Kandidaten bevorzugt, die die gleiche Universität besucht haben. Ein Geschäftsführer erscheint sympathischer, weil er das gleiche Hobby hat. Einem CTO wird mehr vertraut, weil er aus einer bekannten Firma kommt. Diese Vorurteile haben keinen Bezug zur tatsächlichen Eignung.

Strukturierte Prozesse helfen, Bias zu minimieren. Wenn jedem Kandidaten die gleichen Fragen gestellt und die Antworten nach den gleichen Kriterien bewertet werden, werden Entscheidungen objektiver. Ein standardisierter Bewertungsbogen mit klaren Kriterien sollte erstellt und konsequent für jeden Kandidaten genutzt werden.

Diverse Auswahlgremien bringen unterschiedliche Perspektiven ein. Wenn ausschließlich Personen mit ähnlichem Hintergrund über die Einstellung eines Head of Engineering entscheiden, werden unbewusst Kandidaten bevorzugt, die ihnen ähnlich sind. Ein diverses Team mit verschiedenen Hintergründen, Altersgruppen und Perspektiven trifft ausgewogenere Entscheidungen.

Entscheidungen sollten bewusst reflektiert werden. Warum wird ein Kandidat als besser bewertet als ein anderer? Kann die Präferenz mit objektiven Kriterien begründet werden, oder spielen persönliche Sympathien eine Rolle? Diese Selbstreflexion ist erforderlich für bessere Entscheidungen.

Welche Kosten verursacht eine Fehlbesetzung auf Führungsebene?

Eine Fehlbesetzung auf Führungsebene verursacht Kosten in Höhe eines Vielfachen des Jahresgehalts durch direkte Kosten, Produktivitätsverlust, Teamdemotivation und Reputationsschaden. Experten schätzen die Gesamtkosten auf das Zwei- bis Vierfache des Jahresgehalts, bei Führungskräften häufig noch höher. Ein gescheiterter CFO oder CTO kann ein Unternehmen erheblich zurückwerfen.

Die direkten Kosten sind offensichtlich: Gehalt, Sozialleistungen, Boni und möglicherweise eine Abfindung. Wenn ein Geschäftsführer für ein Jahr eingestellt wird und die Zusammenarbeit dann scheitert, wurden mehrere hunderttausend Euro investiert, ohne den gewünschten Nutzen zu erzielen. Hinzu kommen die Kosten für einen neuen Rekrutierungsprozess.

Der Produktivitätsverlust ist häufig gravierender. Eine Führungskraft, die nicht liefert, blockiert Entscheidungen, verzögert Projekte und verhindert Fortschritt. Wenn ein Vertriebsleiter falsche Strategien verfolgt, gehen nicht nur seine Arbeitszeit, sondern auch Umsatzchancen und Marktanteile verloren.

Die Auswirkungen auf das Team sind schwer zu quantifizieren, aber real. Mitarbeiter verlieren das Vertrauen, wenn sie sehen, dass die neue Führungskraft nicht funktioniert. Qualifizierte Mitarbeiter verlassen das Unternehmen. Die Motivation sinkt. Die Produktivität des gesamten Teams leidet.

Der Reputationsschaden kann langfristige Folgen haben. Wenn ein Key Account Manager Kundenbeziehungen beschädigt oder ein General Manager öffentlich scheitert, leidet das Unternehmensimage. Zukünftige Kandidaten erhalten davon Kenntnis und zögern, sich zu bewerben. Kunden werden skeptisch.

Welche Bedeutung hat die Einbindung des Teams in den Rekrutierungsprozess?

Die Einbindung des Teams ist wichtig für Akzeptanz und erfolgreiche Integration, jedoch muss die richtige Balance zwischen Management-Entscheidung und Team-Input gefunden werden. Zu viel Mitsprache führt zu langwierigen Diskussionen und Kompromissen, zu wenig zu Widerstand und mangelnder Unterstützung für die neue Führungskraft.

Das Team verfügt über wertvolle Perspektiven. Mitarbeiter, die täglich mit der neuen Führungskraft zusammenarbeiten werden, können häufig gut einschätzen, ob eine Person passt. Sie erkennen, ob ein Head of Engineering über die erforderliche technische Tiefe verfügt. Sie nehmen wahr, ob ein Vertriebsleiter authentisch ist.

Die Einbindung erhöht die Akzeptanz. Wenn das Team bei der Auswahl mitwirken konnte, wird es die neue Führungskraft eher unterstützen. Mitarbeiter fühlen sich ernst genommen und respektiert. Dies erleichtert der neuen Person den Start erheblich.

Es bestehen jedoch Grenzen. Die finale Entscheidung für einen CTO oder CFO sollte bei der Geschäftsführung liegen. Führungskräfte müssen gelegentlich unpopuläre Entscheidungen treffen, und wenn das Team zu viel Einfluss hatte, kann dies die Autorität der neuen Person untergraben.

Ein empfehlenswerter Ansatz ist die gestaffelte Einbindung. In frühen Interview-Runden entscheidet die Geschäftsführung, welche Kandidaten grundsätzlich geeignet sind. In späteren Phasen werden Schlüsselpersonen aus dem Team eingebunden, die spezifische Aspekte bewerten. Sie geben Input und Empfehlungen, die finale Entscheidung trifft jedoch die Geschäftsführung.

Welche Fragen sollten bei Referenzprüfungen gestellt werden?

Bei Referenzprüfungen sollten konkrete Verhaltensweisen, spezifische Leistungen und authentische Entwicklungsfelder erfragt werden. Standardfragen wie „War die Person gut?” liefern keine verwertbaren Informationen. Es muss tiefer gefragt und zwischen diplomatischen Formulierungen und echten Warnsignalen unterschieden werden.

Offene Fragen sollten gestellt werden, die die Referenzperson zum ausführlichen Antworten bringen. „Beschreiben Sie die Zusammenarbeit mit diesem Kandidaten” liefert mehr Informationen als „War die Person pünktlich?”. Tonfall, Zögern und Formulierungen sollten beachtet werden. Wenn jemand lange überlegen muss, bevor etwas Positives gesagt wird, ist dies ein Warnsignal.

Nach konkreten Situationen und Verhaltensweisen sollte gefragt werden. „Wie ging der Kandidat mit Konflikten im Team um? Können Sie ein Beispiel geben?” Diese Fragen sind schwerer auszuweichen und liefern verwertbare Informationen. Wenn eine Referenz für einen Business Development Manager keine konkreten Verkaufserfolge nennen kann, sollte dies kritisch bewertet werden.

Gezielt sollte nach Entwicklungsfeldern gefragt werden. „In welchen Bereichen hätte sich der Kandidat noch verbessern können?” oder „Was würden Sie anders machen, wenn Sie die Person erneut einstellen würden?”. Seriöse Referenzen werden ehrlich sein, andere weichen aus oder bleiben vage.

Auf Warnsignale in der Kommunikation sollte geachtet werden. Wenn eine Referenz nur Allgemeinplätze liefert („War immer freundlich”, „Hat seine Arbeit gemacht”), fehlt echte Begeisterung. Wenn jemand betont, dass der Kandidat „pünktlich” oder „zuverlässig” war, statt über Leistungen zu sprechen, ist dies häufig ein ungünstiges Zeichen. Wenn eine Referenz für einen General Manager nicht spontan Erfolge aufzählen kann, war die Person vermutlich nicht außergewöhnlich erfolgreich.

Wie wird langfristige Bindung der Führungskraft sichergestellt?

Langfristiger Erfolg wird durch professionelles Onboarding, klare Erwartungen und kontinuierliche Unterstützung in den ersten 90 Tagen sichergestellt. Diese Phase ist entscheidend, weil hier die Weichen gestellt werden. Eine Führungskraft, die gut integriert wird, bleibt länger und liefert bessere Ergebnisse.

Das Onboarding für Führungskräfte unterscheidet sich von dem für andere Mitarbeiter. Ein neuer CTO benötigt mehr als eine Einführung in die Systeme. Er benötigt Kontext über die strategische Ausrichtung, Einblicke in die Unternehmenskultur und Klarheit über Erwartungen. Zeit sollte in persönliche Gespräche investiert und Raum für Fragen geschaffen werden.

Die ersten 90 Tage sind kritisch. In dieser Zeit bildet sich die Führungskraft ein Urteil über das Unternehmen, und das Team bildet sich ein Urteil über sie. Diese Phase sollte strukturiert geplant werden. Meilensteine und Ziele sollten definiert werden. Was sollte ein neuer Vertriebsleiter nach 30, 60 und 90 Tagen erreicht haben?

Aktive Unterstützung sollte angeboten werden. Viele Führungskräfte zögern, um Hilfe zu bitten, weil sie kompetent wirken möchten. Proaktive Kontaktaufnahme ist erforderlich. Regelmäßig sollte erfragt werden, wie es läuft, wo Herausforderungen bestehen und was benötigt wird. Ein kurzes wöchentliches Gespräch in den ersten Monaten kann erheblich unterstützen.

Verbindungen im Unternehmen sollten geschaffen werden. Die neue Führungskraft sollte gezielt wichtigen Personen vorgestellt werden. Informelle Strukturen und Dynamiken sollten erklärt werden. Wer sind die Meinungsführer? Wer kann bei bestimmten Themen unterstützen? Diese Informationen erleichtern die Integration erheblich.

Erwartungen sollten explizit geklärt werden. Was bedeutet Erfolg in dieser Position konkret? Welche Prioritäten hat die Geschäftsführung? Wo besteht Spielraum für eigene Ideen, und wo sind die Grenzen? Diese Klarheit verhindert Missverständnisse und Frustration. Ein Head of Engineering muss wissen, ob Innovation oder Stabilität aktuell priorisiert wird.

Die Rekrutierung von Führungskräften ist komplex und fehleranfällig. Die Kenntnis häufiger Stolpersteine und deren Vermeidung erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit erheblich. Ein strukturierter Prozess, klare Kriterien und ausreichend Zeit bilden die Grundlage. Hinzu kommen professionelle Interviews, gründliche Prüfungen und ein durchdachtes Onboarding.

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Über den Autor

Dirk Ohlmeier ist Gründer von JUST BETTER und begleitet seit über 15 Jahren Unternehmer, Investoren und internationale Unternehmen beim Aufbau von Führungsteams, die Wachstum, Markteintritt und Turnarounds tragen – statt nur zu verwalten.

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